Vielen Dank an Verlag Kiepenheuer & Witsch für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
„Wenn ihr gesagt wird, sie habe etwas falsch gemacht, sie sei schuld, ihre Einstellung zum Leben sei widerlich, kann sie zwar „Nein, nein, das stimmt nicht“ schluchzen, aber trotzdem nicht verhindern, dass die Worte an ihrer Haut haften und sie am Ende doch alles glaubt. Ihre Haut saugt die Worte und Gewalt wie ein Schwamm auf, bevor ihr Verstand sie verarbeiten kann.“
Kanko und ihre disfunktionale Familie müssen zur Trauerfeier ihrer verstorbenen Oma fahren. Man möchte meinen eine Fahrt würde nicht so ereignisreich sein können, doch die Familiendynamiken zeigen sich von ihrer besten Seite. Kankos Mutter hat seit ihrem Schlaganfall eine Amnesie und wurde zur Alkoholikerin. Ihr Vater wird schnell wütend und gewalttätig. Ihre Brüder hatten es nicht mehr ausgehalten und sind ausgezogen.
Schnell merkt man wie sehr Kanko unter ihren Eltern leidet. Jedoch gibt sie sich selbst die Schuld und hat sogar Mitleid mit ihren Eltern. Doch wann ist es genug?
Rin Usami stellt die Komplexität einer toxischen Familiendynamik sehr gut dar. Wir erleben wie Kanko in ihrem Leid sich zwar oft selbst die Schuld gibt und versucht ihren Eltern zu verzeihen. Kankos Gefühle sind sehr detailliert und realistisch dargestellt. Ich habe mich oftmals erwischt wie ich teils genau so fühle und denke.
Man stellt sich oft die Frage, wieso Kanko bei ihren Eltern bleibt. Was wir von außen oft nicht sehen, ist die Komplexität hinter dieser Frage.
Es ist ein kurzes Buch über mentale Gesundheit und die Frage: Wann ist die Grenze überschritten?










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