Vielen Dank an den Argon Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars in der Form eines Hörbuchs über NetGalley. Die geäußerte Meinung ist meine eigene.
Das Buch beinhaltet keine Triggerwarnungen, deswegen hier vorab:
Essensstörung, Gewalt, Tierquälerei, Tod eines Hundes, sexueller Missbrauch/Vergewaltigung, Selbstmordversuch, Selbstverletzung
Yeong-Hye beginnt aufgrund von brutalen Träumen auf Fleisch zu verzichten. Zum Ärgernis ihres Mannes wirft sie alles, was von einem Tier abstammt, weg und verärgert damit nicht nur ihren Mann, sondern löst eine Kette von traumatischen Ereignissen aus.
Yeong-Hye sagt sich von allem „Fleischlichen“ ab und glaubt zur Pflanze zu werden.
Es ist schwierig diesen Roman „Die Vegetarierin“ von Han Kang zusammenzufassen. Es passiert an sich sehr viel, trotz dessen wissen wir nicht, was die Protagonistin Yeong-Hye denkt oder überhaupt wer sie ist. Wir haben die POV von ihrem Mann, ihrem Schwager und ihrer Schwester, die uns Infos geben, wie Yeong-Hye zu sein scheint. Wir müssen uns zusammenreimen, wer sie ist. Es ist unglaublich interessant, wie wir erfahren wie sie von den Personen, die sie beschreiben, objektifiziert, gehasst sowie bemitleidet wird.
Die Geschichte ist ein wilder Ritt, sodass man nicht weiß, wohin einen diese Geschichte führt. Yeong-Hye scheint für die anderen Beteiligten „verrückt“, aber ohne es zu romantisieren zu wollen, verstehe ich die Hintergründe ihres Handelns – zumindest meine Interpretation davon. Es geht hier nicht nur um die patriarchalischen Strukturen in Korea, worin sie gefangen ist, sondern auch um Gewalt an sich – Gewalt des Essens, Gewalt an Tieren, Gewalt an Menschen. Sie reagiert hochsensibel auf diese Gewalt und wirkt sehr verstört von den Traumata, die sie erfährt. Sie ist so verzweifelt, dass sie sich wortwörtlich allem Fleischliche entsagt. Sie versucht auf Ihre Weise zu emanzipieren und sich zu retten.
Dieses Buch ist schockierend und ekelhaft, genau so, wie es sein sollte. Die Gewalt wird unbeschönigt klar und deutlich dargestellt. Die Erfahrungen, die man aus dem Buch mitnimmt, kann man auch auf unsere Gesellschaft anwenden. Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.
Warnung: Es gibt eine Szene, wo ein Hund zu Tode gefoltert wird. Diese Szene kann man sehr gerne überspringen. Sie war mir fast schon zu viel.
Nun zum Hörbuch: Die Sprecher waren sehr gut gewählt. Das Einzige, was mich gestört hatte, sind die Aussprachen der koreanischen Wörter wie „Soju“ und „Kimchi.
xx, Jana










Hinterlasse einen Kommentar